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Dienstag, 18. Oktober 2011

Gemeinsames Ideenfeld

Unsere eigenen Ideen sind in ein Umfeld eingebettet. Daher überrascht es mich nicht, wen ich immer wieder auf ähnliche Initiativen stosse, von denen wir bei der Entwicklung unseres Projektes keine Ahnung hatten.

Besonders gefreut habe ich mich jetzt über ein Radiointerview mit Franz Hörmann. Ich wusste, das er ein bekannter Kritiker unseres Geldsystems ist. Dass er seiner fundamentale Systemkritik jedoch auch eine ganz konkrete Alternative entgegenstellt, die ziemlich genau dem Prinzip unseres Projektes entspricht, hat mich dann doch überrascht:

Im Interview spricht er von kooperierenden Wertschöpfungsketten: "Unsere Idee ist es, dass darin sämtliche Unternehmer ... in einer Rechtsform kooperieren. "

Ich bin jetzt sehr neugierig mehr über seine Arbeit und die konkreten Prozessmodelle zu erfahren. Mehr in Kürze hier in diesem Blog ;-)


Donnerstag, 5. Mai 2011

Eine neue Metapher für das Projekt

Ich habe unterschätzt, wie schwierig es ist, eine neue Idee so zu präsentieren, dass der INNOVATIONS-Gehalt tatsächlich sichtbar wird. Wer schon versucht hat, eine neue "Erzählung" in die Welt zu setzen, weiss wahrscheinlich wovon ich rede. Ein Grund dafür ist wohl, dass wir sehr oft in einem Modus des Zuhörens sind, den Otto Scharner "Dowloading" nennt:

    'Yeah, I know that already.' I call this type
    of listening 'downloading'—listening by
    reconfirming habitual judgments. When
    you are in a situation where everything
    that happens confirms what you already
    know, you are listening by downloading.

Vielleicht hilft es, in Bildern zu reden, um dem Phänomen des "Downloadings" zu entkommen. Für unser Projekt habe ich letzthin eine neue Metapher formuliert: die der Strasse:

Auf öffentlichen Strassen können sich alle bewegen, aber es gibt Regeln, die schwächer Teilnehmer schützen. Wir wollen das gleiche für die Wege eines Produktes vom Design, über die Herstellung, den Vertrieb bis zu den KonsumentInnen. Die Ausformulierte Metapher (1 Seite A4) gibt es als PDF

Mittwoch, 4. Mai 2011

Langsam gehen...

Es sind jetzt 10 Monate her, seit dem letzten Eintrag in diesem Blog. Familiäre Themen sind im letzten Jahr wichtiger geworden und haben verdientermassen den Kampf um die knappen Ressourcen gewonnen. Aber nicht wer langsam geht, sondern nur wer stehen bleibt, kommt nicht ans Ziel...

Das temporäre stehen bleiben hatte noch zwei weitere Gründe:

  • Der aktuelle Schritt im Projekt ist die Gründung der Stiftung und in diesem Verfahren fehlt mir die juristische Expertise. In meinem Freundeskreis finde ich diese nicht. Es fällt mir jedoch nicht leicht, fremde Leute um Hilfe zu bitten.
  • Es gab einige Anfragen, ob das Projekt nicht besser in englisch (da international) oder ev. zweisprachig geführt werden sollte. Ich versteh zwar englisch sehr gut, bin aber im schriftlichen Ausdruck doch eher gehemmt. Wenn es - wie im Moment - dann auch noch um juristische Fachtermini geht, muss ich vollkommen passen. Ich habe mich also dazu entschieden, die Projektsprache vorläufig wieder ganz in deutsch zu halten. Begnadete ÜbersetzerInnen mit dem nötigen Elan für Freiwilligen-Arbeit sind jedoch gerne gesehen und hoch willkommen!

Mittwoch, 7. Juli 2010

Aufbauendes Feedback

Am 26. Juli war ich am Open-Space Kongress Sustainovation. Die Open-Space Form wurde hier mit traditionellen Vortrags-Modulen gefüllt. Das verbindende Thema: "Nachhaltigkeit als Motor für Innovation".

Den OrganisatiorInnen erst mal vielen Dank für ihre tolle Arbeit und den wunderschönen Veranstaltungsort.

Ich hatte 30 Minuten Zeit um unsere Initiative einer Gruppe von etwa 30 interessierten Menschen vorstellen zu können. Dafür habe ich die erste Powerpointpräsentation seit langem zusammengebastelt.

Bei einigen jungen ZuhörerInnen, die sich in Open-Innovation-Projekten war Begeisterung spürbar. Ich bekam ein paar Feedbacks, die mich richtiggehend beflügelten. Bei vielen älteren TeilnehmerInnen überwog jedoch die Skepsis.

Leider habe ich die etwa 15 minütige Diskussion/Ideensammlung nicht sehr gut moderiert. Es ist mir zwar im voraus kurz durch den Kopf gegangen, dass es wichtig wäre, Feedback-Regeln aufzustellen. Dann war ich aber doch zu schlampig um sie tatsächlich einzufordern. Das werde ich jetzt hier in diesem Blog nachholen ;-)

Überleg dir, aus welcher Rolle heraus, du dem Projekt ein Feedback geben möchtest:

Fan: „Hei das Projekt find ich (aus diesem oder jenem Grund) echt gut.“
Daniela Düsentrieb: „Dazu fällt mir gerade noch was ein.“
VernetzerIn: „Da müsst ihr wegen …. unbedingt unbedingt mal mit xy reden.“
MentorIn: „Gute Idee, aber habt ihr an .... schon gedacht.“

Du kannst für Dein Feedback die Kommentarfunktion des Blogs verwenden. Danke!

Samstag, 29. Mai 2010

Phasen gesellschaftlicher Veränderung

Wahrscheinlich kennen das alle, die sich jahrzehntelang für gewisse Themen, wie z.B. Nachhaltigkeit, einsetzen: Wir zweifeln manchmal, ob die vielen Treffen, das Gerede, die Publikationen, die Appelle und die Kongresse irgendeine positive Wirkung im Bezug auf eine kritische Mehrheiten in unserer Gesellschaft haben.

An einem grossen Kongress in diesem Frühling habe ich dazu eine interessante Beobachtung gemacht. Die Veranstaltung richtete sich an die gleiche Berufsgruppe, die auch schon an einem Kongress vor 12 Jahren angesprochen wurde.

Vor zwölf Jahren waren die Voten im Plenum noch durchwegs einer neoliberalen Sichtweise verbunden. Erst im persönlichen Gespräch hinter der Bühne, wurde über Zweifel am System gesprochen. Offene Kritik war offenbar noch zu gefährlich´und hätte sich wohl negativ auf die weitere Karriere ausgewirkt.

Anders in diesem Frühling: Kritische Stimmen im Plenum waren eher die Regel als die Ausnahme. Auch die Inhalte in den persönlichen Gesprächen hat sich geändert. Es ging nicht mehr um den diffusen Zweifel am System und ein vorsichtiges, fast konspiratives abtasten des Gegenübers auf der Suche nach Bestätigung.

Dafür rückten in den Begegnungen am Esstisch konkrete Alternativen ins Zentrum. Diese wurden zwar teilweise als "utopisch" oder "schwer zu realisieren" benannt. Aber sie wurden dennoch angeregt diskutiert.

Es scheint sich im Mainstream also, wenn ich meine subjektiven Beobachtungen ernst nehme, doch etwas zu bewegen. Wenn auch sehr, sehr langsam. Nach der privaten Desertifikation mit dem System, das in den neunziger Jahren spürbar wurde, jetzt die aktive, wenn auch tastende Suche nach möglichen Alternativen.

Was ist wohl der nächste Schritt?

Sonntag, 16. Mai 2010

Software und Non-Profit-Organisationen (NPO´s)

Die aufmerksamen LeserInnen haben bemerkt, dass dieser Blogg seit einigen Wochen wieder häufigere Posts aufweist.

Das FairWork-Projekt geht langsam in die Umsetzungsphase und dabei kommen viele neuen Herausforderungen auf uns zu.

Eine wichtige dreht sich um die die Frage: "Wie kommen wir zu einem ersten Prototypen der Online-Plattform, die wir brauchen, um unser Projekt zu realisieren?"

Optimistisch stimmt uns, dass es im Moment viele Menschen daran arbeiten Community-Plattformen mit offenem Quellecode zu entwickeln (siehe z.B. den letzten Post hier).

Bei der weiteren Recherche zum Thema, bin ich auf einige interessante Plattformen gestossen, die NPO's bei der Wahl oder der Entwicklung von Software helfen.

Idealware und techsoup sind zwei davon. Wie aktiv und hilfreich die Community hinter diesen Plattformen ist, merkt man meist erst, wenn man sie ausprobiert. Ich werde daher sicher in diesem Blog nochmal auf das Thema zurückkommen.

Mittwoch, 23. September 2009

Hybride Organisation

Als ich der Organisationsform unseres Projektes einen Namen geben musste, habe ich sie "Hybriden Konzern" genannt.

Damals ahnte ich noch nicht, dass sich der Begriff "Hybrid Organisation" im englischen Sprachraum schon durchgesetzt hat, um ein Unternehmen zu bezeichnen, das irgendwo zwischen dem privaten und dem öffentlichen Sektor tätig ist.

Ob es so etwas wie einen linguistischen Zeitgeist gibt, oder war das einfach Zufall?

Montag, 22. Juni 2009

Facebook als Open-Space

Im letzten Jahr habe ich mich bei Facebook angemeldet und aus reinem "Gwunder" eine Gruppe gegründet. Neue Medien und das Web 2 lernt man ja am besten über eigene Versuche kennen. Zu meiner grossen Ueberraschung haben sich nach kurzer Zeit zwei mir völlig fremde Menschen eingetragen. Wie die wohl auf die Seite gestossen sind? Dann ist Monatelang nichts mehr passiert.

Im März habe ich meine mitlerweile 60 Kontakte eingeladen, der Gruppe beizutretten und tatsächlich wuchs das kleine Grüpchen kontiuierlich bis Mitte Juni auf 50 Mitglieder.

Eine Motivation, freiwillige unbezahlte Arbeit zu leisten, ist sicher auch die Resonanz, die man für dafür bekommt. Am 17.6. habe ich mit diesem Gedanken die Gruppenmitglieder angeschrieben und angekündigt, dass ich den nächsten Schritt im Projekt unternehmen werde, sobald die Gruppe auf 100 TeilnehmerInnen angewachsen ist.

Das Resultat: Schon am 22.4. hatte die Gruppe über 120 Mitglieder und ich einen schönen Energieschub.

Die Qualität von Facebook liegt ganz offensichtlich daran, dass es mittlerweile sehr viele Menschen erreicht. Es eignet sich daher hervorragend zum zünden von Ideen . Schnapsideen (wie ein Botellón) genauso, wie briliante und wichtige.

Neben vielen anderen Nutzungsmöglichkeiten, scheint Facebook zu einer gigantischen weltweiten Open-Space-Konverenz zu werden ...

Donnerstag, 12. Februar 2009

Warum mich die aktuelle Finanzkrise zuversichtlich stimmt

Dieser kurzer Text über die hohe Wahrscheinlichkeit des Undenkbaren hat viel mit den Projektonauten zu tun. Die Wahrscheinlichkeit der Verwirklichung unseres Projekt ist zwar äusserst gering. Aber so genau wissen können wir das nicht...
Die Zeit der schwarzen Schwäne

Sonntag, 18. Januar 2009

Sendepause beendet

Wow, jetzt herschte auf diesem Blog seit fast einem halben Jahr Sendepause! Es ist unglaublich, wie relativ die Zeit gerade im Bezug auf Projekte läuft, die noch kein äusseres Momentum erreicht haben, sondern von von inneren Prozessen und den Aktivitäten von einem oder wenigen Menschen abhängen.

Ich hatte in den letzten Monaten nicht unbedingt wichtigeres, aber sicher für mich persönlich dringlicheres zu tun. Vor allem mein Umzug nach Niederösterreich hat viel Zeit und Energie in Anspruch genommen. Daher ruhte das Projekt bezogen auf alle äusseren Aktivitäten.

Innerlich ging der Prozess natürlich weiter. Einmal angestossene Gedanken führen ein Eigenleben, verschwinden hin und wieder wie geheimnissvolle Wasserläufe im Untergrund, um dann unvermittelt und in neuer Frische wieder an die Oberfläche zu sprudeln. Die grundsätzliche Frage zumindest: "Wie können wir moderne Kommunikations- und Organisations-Formen nutzen um die Entwicklung, Produktion und den Handel unserer Güter demokratischer, krisensicherer und fairer zu gestalten?" hat nichts von ihrer Aktualität verloren. Auch das Set von Ideen, wie dieses Thema konkret und exerimentell angegangen werden könnte, hat sich in dieser passiven Zeit nicht verändert. Viele Hinweise und Ereignisse des letzten halben Jahres, haben mich in der Grundidee sogar eher bestärkt.

Jetzt habe ich wieder mehr Zeit, nicht nur den Gedanken, sondern auch den Handlungen den nötigen Auslauf zu gewähren, um das Projekt einen Schritt voranzutreiben. Glücklicherweise durfte ich feststellen, dass sich auch viele MitdenkerInnen durch die Sendepause nicht völlig aus dem gemeinsamen Think-Tank verabschiedet haben.

Samstag, 19. Juli 2008

Die Governance des hybriden Konzerns / Warum keine Genossenschaft?

Immer wieder werde ich gefragt: "Warum gründet ihr nicht einfach eine Genossenschaft? Ist eine Genossenschaft nicht die demokratischste Form des Wirtschaften? Jede Person hat eine Stimme."

Diese Frage lässt sich nur beantworten, wenn ich etwas tiefer auf die Organisationsstruktur des hypbriden Konzerns eingehe. Wer wirklich eine Antwort will, muss die Arbeit auf sich nehmen, ein neues Modell kennen zu lernen.

Der hybride Konzern soll:
  • Demokratisch fundiert sein
  • Schnell wachsen können
  • Operative Abläufe effizient gestalten
  • Die Ideen vieler Menschen einbeziehen
  • Viele Akteure (Firmen, Organisationen, Einzelpersonen) einbinden
Dazu scheinen uns bestehende juristische Personen (Genossenschaft, Aktiengesellschaft, Stiftung usw.) ungeeignet. Die Genossenschaft zum Beispiel funktioniert sehr gut in einem relativ statischen Umfeld. Vor allem dann, wenn alle GenossenschafterInnen ähnliche Interessen haben, also zum Beispiel alles MitarbeiterInnen einer Kooperative sind. Sobald eine Genossenschaft ganz verschiedene Akteure mit teilweise verschiedenen Interessen einbinden muss, wird sie sehr schwerfällig.

Wir haben uns daher entschiedenen eine neue Organisationsform zu entwickeln. Dieser besteht aus der strukturellen Kopplung von drei autonomen Systemen: Einer Online-Community, einer Stiftung und einer Aktiengesellschaft. Erst diese drei Systeme zusammen ergebenen einen hybriden Konzern. Der "Konzern" selber ist keine juristische Person. Die Beziehung zwischen diesen drei Systemen wird über Verträge geregelt. Diese sind teilweise in den Satzungen von Stiftung und Aktiengesellschaft verankert.

Die Funktionsweise
  • Die Online-Community ist die Ebene auf der alle mitarbeiten, mitgestalten und mitentscheiden können.
  • Die Aktiengesellschaft übernimmt das operative Geschäft und besitzt hierin eine gewisse Autonomie
  • Die Stiftung garantiert die Grundwerte und ist Besitzerin der Vermögenswerte
Wer mehr wissen will:
Die Organisationsform des hypbriden Konzerns

Montag, 25. Februar 2008

Wahlfreiheit und Gestaltungsfreiheit

In der Doktorarbeit von Barbara Wenk finde ich eine interessante Passage: Die Museologin unterscheidet in ihrer Arbeit "Zur gegenwärtigen Praxis des Ausstellens von Technik am Mueseum" zwischen Wahlfreiheit und Gestaltungsfreiheit von MuseumsbesucherInnen. Die Wahlfreiheit setzt sie mit der Rolle von KonsumentInnen gleich. Als KonsumentInnen haben wir die Wahl zwischen verschiedenen Angeboten. Das suggeriert Freiheit. Wie eingeschränkt diese jedoch durch die gebotenen Wahlmöglichkeiten ist und wie anders eine Freiheit aussieht, die in der aktiven Mitgestaltung liegt, gerät dabei schnell aus dem Blickfeld.

Es wird mir klar, warum mir bei unserem Projekt so wichtig ist, dass die Beteiligten zumindest von der Möglichkeit her zu ProsumerInnen werden können. Also zu Menschen, die eine wesentliche Spaltung unserer Zeit überwinden: Als KonsumentInnen leben wir in der Illusion der Freiheit. Als Beteiligte an den Produktionsprozessen sind wir jedoch den Zwängen und Systemen unseres Wirtschaftssystem ausgesetzt. Ein System in dem sich die Wenigsten von uns als Gestaltende erleben. Oft erzeugen wir durch unsere Wahlen als KonsumentInnen (möglichst preiswert, Dienstleistungen rund um die Uhr verfügbar usw.) sogar den Druck, unter dem wir dann als Angestellte oder FreiberuflerInnen leiden.

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Die Tatsachen

Um unsere Spielwiese genauer einzugrenzen und dem Vorwurf, wir seien einfach „a bisserl naiv“ entgegenzuwirken, möchte ich hier eine Liste von Tatsachen zur Diskussion stellen, mit denen wir bei unserer kniffligen Aufgabenstellung rechnen müssen. Ergänzungen sind natürlich willkommen. Du bist auch zur kritischen Nachprüfung eingeladen,, ob es sich bei erwähnten Punkten tatsächlich um Tatsachen und nicht eher um hartnäckige(vor-) Urteile handelt. Schliesslich kannst du auch clevere Ideen oder gute Praxisbeispiele hinterlegen, die zu einer Lösung beitragen können.

Erste unvollständige Liste:
  1. Professionelle Entwicklung, Einkauf und Marketing übernehmen in einer funktionieren Organisation eine wichtige Übersetzungsarbeit zwischen ProduzentInnen und KundInnen. Das kann nicht einfach über durch eine Plattform ersetzt werden
  2. Internetplattformen ohne persönliches Beziehungsnetz, reale Begegnungsmöglichkeiten und gemeinsame konkrete Interessen funktionieren nicht.
  3. Ein System, dass unserer Vision entspricht muss ein gewisses Volumen entwickeln um rentabel zu sein. Es braucht daher ziemlich viel Kapital in der ersten Phase.
  4. Je grosser eine Organisation ist, um so schwerfälliger und undemokratischer wird sie normalerweise.
  5. Wenn die Governance bei allen Stakeholdern bleiben soll, werden diese InvestorInnen nicht bei „normalen“ Venture-capitalists zu finden sein.
  6. Das System muss auch ausserhalb des Internets sichtbar sein und Menschen, die keine Computer-Kids sind über verschieden Formen von Assistenz Zugang ermöglichen. Die Internet-Freaks können jedoch bei der Entwicklung und Verbreitung eine wichtige Rolle spielen.
  7. Von den Produkten, die sich auf den ersten Blick für unserer System eignen (Textilien, Kaffee usw) gibt es schon gute Lösungen im Fairtrade-Bereich.
  8. Jedes Produkt muss neu betrachtet werden. Es gibt in der Entwicklung, der Produktion und in der Logistik oft wenig Gemeinsamkeiten zwischen verschiedenen denkbaren Produktegruppen. Das Bilden von zuverlässigen Kompetenz- Clustern ist daher ev. aufwändig und kostspielig.
  9. Fairtrade ist ein schwer zu fassender Begriff und stellt hohe Anforderungen an Information, Kommunikation und Kontrolle.
  10. Menschen sind grundsätzlich träge. Eine genügen grosse Gruppe muss sich aber schon früh bewegen, damit ein Markt entsteht.
(Liste bitte ergänzen)

Sonntag, 9. Dezember 2007

Das Potential von nicht proprietären Organisationen

Es ist extrem wohltuend, sich mit Menschen auszutauschen, die sich durch Kreativität und Erfahrung auszeichnen. Solche Gespräche sind für mich wie Oasen in denen ich meine Nahrungs- und Wasservorräte neu auffülle, um die nächste Etappe durch die Wüste der Ideenlosigkeit und des "das geht doch nicht" in Angriff zu nehmen. Heute war Christian zu Besuch. Er hat viel Erfahrung in Unternehmensgründungen (war unter anderem Mitbegründer der ABS) und ist ein einer der kreativsten Fachleute für Finanzierungfragen, den ich kenne.

Während einem entspannten Spaziergang haben wir uns gefragt, in welchen Projekten oder Organisationen wir uns wirklich engagieren würden. Dabei wurde klar, das es eine Organisation sein muss, die allen Beteiligten gehört und eine Verfassung hat, die einen Verkauf verunmöglicht. Ein klassischer Startup mit Unterstützung von Venture-Kapitalisten kommt da natürlich nicht in Frage. Wir hätten überhaupt keine Lust unsere wertvolle Kreativität und Lebenszeit in ein ideelles Projekt zu stecken, das schliesslich mit grossen Gewinnen für die Gründer an der Börse versilbert wird.

Wir waren uns ziemlich sicher, dass die meisten wirklich klugen und engagierten Menschen so denken. Für unser Projekt möchten wir jedoch viele dieser Menschen ins Boot holen - Arbeit gibt es genug.

Sonntag, 18. November 2007

Innen und aussen

Wer sich auf zwei Beinen bewegt, muss damit rechnen, bei jedem Schritt aus dem Gleichgewicht zu geraten. In diesem Blog bewege ich mich auf zwei Beinen. Das eine versehe ich mit dem Label „aussen“. Hier geht es um die Beschreibung der konkreten Projektschritte. Die Dokumentation der äusseren Entwicklung einer Idee. Das andere trägt das Label „innen“ hier geht es um meine Reflexionen und die Gefühlszustände, in die mich der aktuelle Projektverlauf versetzt. Normalerweise wird dieser zweite Teil einer Projektgeschichte nicht dokumentiert. Er ist zu persönlich. Eigene Zweifel, Unsicherheiten und Grössenphantasien haben keinen Platz in einem erfolgreichen Projektmanagement.

Wenn wir uns jedoch nicht nur als Teil eines Projektes, sondern ein Projekt auch als Teil von uns verstehen, macht diese doppelte Berichterstattung Sinn. Von „innen“ betrachtet, eröffnet sich eine ganz neue Dimension in der Projektarbeit. Projekte entfalten eine Dynamik, die ihre ganz eigenen Chancen aber auch ihre ganz eigenen Gefahren bergen. Gewisse Projektverläufe können zu einem fruchtbaren Persönlichkeitswachstum beitragen. Manchmal bringen unsProjekte aber auch in Gefahr, psychosomatische Leiden zu entwickeln. Unabhängig von ihrem äusseren Erfolg oder Misserfolg können sie die beteiligten Menschen in schwere Kriesen stürzen.

So wird die ehrliche doppelte Berichterstattung, die vielleicht für einige zuerst einmal als unnötig oder sogar kontraproduktiv erscheint, zu einer Stärke. Das Taumeln zwischen den Schritten, der gleichzeitige Blick auf Innere und äussere Prozesse, ermöglicht ein dynamisches Gleichgewicht, eine Balance, die sowohl das Projekt, wie auch die ProjektonautInnen gesund erhält.

Mittwoch, 14. November 2007

Warum Projektonaut?

Projekte zu realisieren, die aus Träumen entstehen, solche, die in einer neuen Art in eine gegebene Realität eingreifen, lassen sich nicht einfach aufgleisen. Sie gleichen Reisen in eine innere und eine äussere Welt. Wir werden dabei zu „Projekt-SeefahrerInnen“ (nautēs = Seefahrer) die durch unbekannte und oft stürmische Meere segeln.

Es gibt diese Träume oder Ideen, die nie zu Ende gedacht werden oder zu einem allgemeinen "man müsste" Vortrag führen. Warum gehen wir so wenige realitätsverändernde Ideen wirklch an? Fehlt uns die Zeit? Haben wir Angst von dem Scheitern? Wissen wir nicht, wie wir Schiffe bauen könne, wie wir uns als Crew verständigen, wie wir in unbekannten Gewässern navigieren sollen? Was passiert, wenn jemand, oder noch besser eine Gruppe, beschliesst: Das versuchen wir trotzdem und sich dann tatsächlich auf den Weg macht?

Ein solcher Prozess möchte ich aufzeichnen. Es könnte eine Reise werden, die früh zu ihrem Ende kommt oder auch ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Eine spannende Geschichte wird es allemal.