Wer sich auf zwei Beinen bewegt, muss damit rechnen, bei jedem Schritt aus dem Gleichgewicht zu geraten. In diesem Blog bewege ich mich auf zwei Beinen. Das eine versehe ich mit dem Label „aussen“. Hier geht es um die Beschreibung der konkreten Projektschritte. Die Dokumentation der äusseren Entwicklung einer Idee. Das andere trägt das Label „innen“ hier geht es um meine Reflexionen und die Gefühlszustände, in die mich der aktuelle Projektverlauf versetzt. Normalerweise wird dieser zweite Teil einer Projektgeschichte nicht dokumentiert. Er ist zu persönlich. Eigene Zweifel, Unsicherheiten und Grössenphantasien haben keinen Platz in einem erfolgreichen Projektmanagement.
Wenn wir uns jedoch nicht nur als Teil eines Projektes, sondern ein Projekt auch als Teil von uns verstehen, macht diese doppelte Berichterstattung Sinn. Von „innen“ betrachtet, eröffnet sich eine ganz neue Dimension in der Projektarbeit. Projekte entfalten eine Dynamik, die ihre ganz eigenen Chancen aber auch ihre ganz eigenen Gefahren bergen. Gewisse Projektverläufe können zu einem fruchtbaren Persönlichkeitswachstum beitragen. Manchmal bringen unsProjekte aber auch in Gefahr, psychosomatische Leiden zu entwickeln. Unabhängig von ihrem äusseren Erfolg oder Misserfolg können sie die beteiligten Menschen in schwere Kriesen stürzen.
So wird die ehrliche doppelte Berichterstattung, die vielleicht für einige zuerst einmal als unnötig oder sogar kontraproduktiv erscheint, zu einer Stärke. Das Taumeln zwischen den Schritten, der gleichzeitige Blick auf Innere und äussere Prozesse, ermöglicht ein dynamisches Gleichgewicht, eine Balance, die sowohl das Projekt, wie auch die ProjektonautInnen gesund erhält.
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