Samstag, 19. Juli 2008

Die Governance des hybriden Konzerns / Warum keine Genossenschaft?

Immer wieder werde ich gefragt: "Warum gründet ihr nicht einfach eine Genossenschaft? Ist eine Genossenschaft nicht die demokratischste Form des Wirtschaften? Jede Person hat eine Stimme."

Diese Frage lässt sich nur beantworten, wenn ich etwas tiefer auf die Organisationsstruktur des hypbriden Konzerns eingehe. Wer wirklich eine Antwort will, muss die Arbeit auf sich nehmen, ein neues Modell kennen zu lernen.

Der hybride Konzern soll:
  • Demokratisch fundiert sein
  • Schnell wachsen können
  • Operative Abläufe effizient gestalten
  • Die Ideen vieler Menschen einbeziehen
  • Viele Akteure (Firmen, Organisationen, Einzelpersonen) einbinden
Dazu scheinen uns bestehende juristische Personen (Genossenschaft, Aktiengesellschaft, Stiftung usw.) ungeeignet. Die Genossenschaft zum Beispiel funktioniert sehr gut in einem relativ statischen Umfeld. Vor allem dann, wenn alle GenossenschafterInnen ähnliche Interessen haben, also zum Beispiel alles MitarbeiterInnen einer Kooperative sind. Sobald eine Genossenschaft ganz verschiedene Akteure mit teilweise verschiedenen Interessen einbinden muss, wird sie sehr schwerfällig.

Wir haben uns daher entschiedenen eine neue Organisationsform zu entwickeln. Dieser besteht aus der strukturellen Kopplung von drei autonomen Systemen: Einer Online-Community, einer Stiftung und einer Aktiengesellschaft. Erst diese drei Systeme zusammen ergebenen einen hybriden Konzern. Der "Konzern" selber ist keine juristische Person. Die Beziehung zwischen diesen drei Systemen wird über Verträge geregelt. Diese sind teilweise in den Satzungen von Stiftung und Aktiengesellschaft verankert.

Die Funktionsweise
  • Die Online-Community ist die Ebene auf der alle mitarbeiten, mitgestalten und mitentscheiden können.
  • Die Aktiengesellschaft übernimmt das operative Geschäft und besitzt hierin eine gewisse Autonomie
  • Die Stiftung garantiert die Grundwerte und ist Besitzerin der Vermögenswerte
Wer mehr wissen will:
Die Organisationsform des hypbriden Konzerns

Sonntag, 13. Juli 2008

Erste Reaktionen aus der Blogsphäre

Ich bin ja immer noch kein Virtuose, was das Bloggen angeht. Wie Trackback funktioniert habe ich noch nicht richtig verstanden und in diesem von Google betriebenen Blog ist das Feature aus irgend einem Grund eh nicht installiert.

Dennoch stelle ich erstaunt fest, das der "Hybride Konzern" schon sein Echo in der Blogsphäre gefunden hat. Initiert durch Retos Blog hat er seinen Weg zu
best-practice-business gefunden.

Die Reaktionen sind skeptisch positiv. "Schau`n wir mal, was die Zukunft uns bringt." ist der letzte Satz im Beitrag von Burkhard Schneider (Best-practice-business-blog). Das kann ich nur bekräftigen. Etwas verrückt und grössenwahnsinnig kommt mir das Projekt ja selber vor. Aber eben: Schau`n wir mal, was die Zukunft uns bringt.

Samstag, 12. Juli 2008

Der Name des Projektes

Unser Projekt, unsere Gruppe und mein Blog sind bisher unter einer vielzahl von Namen aufgetaucht: "Augenhöheprojekt", "Spinnerclub", "Projektonauten", Hybrider Konzern", "Fairwork", usw.

Es ist langsam Zeit, dem Projekt zumindest als Arbeitstitel einen guten Namen zu geben. Ich Sammle die Einsendungen namensgebung@fairwork.com bis 30.8. und werde mit der Auswahl der Besten eine Abstimmung durchführen. Der Einsenderin, dem Einsender mit dem gewählten Vorschlag, winkt in diesem Herbst eine Ferienwoche im Maderanertal.
Für Rang 2 und 3 gibt es eine Flasche Wein.

Formale Kriterien der Produkteentwicklung

Welche formalen Kriterien für die Produkteentwicklung sollen wir den IngenieurInnen und DesignerInnen stellen. Ich bin überzeugt davon, dass wir mit einem guten Set von strukturellen Kriterien ohne inhaltliche Vorgaben zu überraschend Innovativen Produkten kommen werden.

Ich sehe im Moment folgende Kriterien:
  • Das Produkt soll sinnvoll sein. Hier entsteht schon durch den Einbezug der KäuferInnen in den Produkteentstehungsprozess eine gewisse Auswahl: Es wird immer wieder Abstimmungen darüber geben, welche Entwicklung von der Gemeinschaft gewünscht wird.
  • Das Produkt soll gewissen oekologischen Standards genügen. Wie diese genau formuliert werden oder von wo diese Standards übernommen werden können, ist eine offene Frage.
  • Das Produkt soll in relativ kleinen Werkstatten hergestellt - oder zumindest montiert - werden können.
  • Das Produkt soll von Design her höchsten Ansprüchen genügen.

Dividende der AktionärInnen

Im Rahmen der Statuten (Deutschland Satzung) stellt sich die Frage ob und wie den AktionärInnen eine Dividende ausbezahlt werden soll. Ich tendiere dazu eine Dividende in Form von eigenen Credits (ähnlich wie Coop - Supercard - Punkte) einzuführen. Wir würden dabei sozusagen nebenbei eine Paralellwährung für die Community entwicklen und die Aktien für KleinanlegerInnen, die auch KäuferInnen der Produkte oder Nutzer der Community sein werden, interessant machen. Für grössere institutionelle AnlegerInnen - falls wir solche wollen oder brauche - müsste man sich dann aber ev. eine andere Aktienart mit anderen Dividendenregelungen überlegen.

Detailfragen

Mit dem Label Fragen werde ich in Zukunft einzelne konkrete Detailfragen zu unserem Projekt in den Blog stellen. Ich hoffe, dass sich darauf Hinweise und Gespräche ergeben. Entweder direkt als Kommentare im Blog oder gerne auch im persönlichen Kontakt oder per Mail.

Montag, 7. Juli 2008

Der hybride Konzern

Ein hybrider Konzern ist so etwas wie ein Amphibienfahrzeug. Es ist in zwei verschiedenen Welten zu Hause. Es funktioniert im bestehenden Wirtschaftssystem, transportiert seine Passagiere jedoch sicher in eine wirtschaftliche Zukunft, in der lustvolles Teilen und kreative Kooperation wichtiger sein wird, als die Gewinnmaximierung Weniger auf Kosten Vieler.

Die Gespräche im Spinnerclub und ausserhalb haben unsere Ideen reifen lassen. Heute haben wir die eine erste Version unseres Konzeptes ins Netz gestellt.

Jetzt geht es darum dieses zu diskutieren, zu verbessern und vor allem erste Schritte in die Realisierung zu machen.

Es ist auch Zeit weitere Mitstreiter und Sponsoren zu suchen.