Freitag, 23. November 2007

Utopia gibt es schon ! ? !

Gewisse Ideen liegen einfach in der Luft und warten nur darauf vom Zeitgeist wachgeküsst zu werden...

Es gibt das "Wikipedia für ethischen Konsum." Dazu folgender Artikel aus der TAZ
"Das Portal ist jetzt seit zwölf Tagen online, 3200 Utopisten haben sich angemeldet. Bislang hält die Gemeinde allerdings ihr Ökofachwissen noch ziemlich hinterm Berg. Schokotafeln und Turnschuhe werden mit "super lecker", "super stylish" und "super bequem" beschrieben. Hintergrundinfos findet man auf der Seite trotzdem. Denn Utopia bekommt Unterstützung vom Freiburger Ökoinstitut." (TAZ)
Utopia gibt es also schon - ansatzweise! Die Seite zeigt zumindest, dass Die Idee, Community mit dem Handel von sinnvollen Produkten zu verquicken auch von anderen aufgegriffen wird und das Crowdsourcing gerade mit ideelen Themen verknüpft, funktionieren kann.

Ich werde mal mit den UtopistInnen Kontakt aufnehmen und hier darüber berichten. Um ein Partner für unser Projekt zu werden, müsste es nicht proprietär sein und sich in Richtung Produzenten - Konsumenten Community weiterentwicklen können. Aber why not...

Montag, 19. November 2007

Erster Spinnerclub

Oliver, Christoph, Raphael, Sabine, Billo und ich haben uns am 30. Oktober zu einem feinen Znacht und einem anregenden Gespräch getroffen.

Dabei zeigte es sich natürlich, wie unausgegoren die Idee ist. Wir haben wild durcheinanderdiskutiert und sind oft bei den "was alles nicht geht" hängen geblieben. Ein Diskussionsstrang drehte sich um die Frage, ob Handel nicht grundsätzlich regional sein sollte, ein anderer um die Schwierigkeit der "Übersetzungsarbeit" zwischen verschiedenen Sprachen und Kulturen.

Mit einzelnen Elementen des "Baukastens" konnten wir nicht richtig spielen, da sie den meisten nicht so vertraut waren. "Open-Source" löste in der Runde eher eine kollektive Abwehr-Reaktion aus ;-) und das chaordische Organisationsmodell ist leider noch wenig bekannt.

So blieb am Schluss so etwas wie ein "alternatives eBay" übrig. Etwas wenig für eine Idee, die mit dem Anspruch angetreten war, die Welt zu verändern ;-)

Damit kein falsches Bild entsteht: Es war eine spannende Diskussion, der Wein floss in Strömen und das Essen war gut. Auch muss die Idee irgendwie etwas ausgelöst haben, dass zum Nachdenken oder besser zum Weiterdenken anregt. Eine Einladung zu Oliver oder Billo nach Winterthur ist auf jeden Fall angekündigt. Auch die Gebana hat sich gemeldet und möchte „mitspinnen“.

Klar wurde mir an diesem Abend auch folgendes: Die EDV-technische Seite von so einem Projekt lässt sich mit den heutigen Mitteln lösen. Wahrscheinlich stellt auch die Logistik keine unüberwindlichen Hindernisse. Viel schwieriger gestaltet sich die Fragen der Governance.

Zukünftige Spinnerclubs werden wir wohl sinnvollerweise auf einzelne Module oder Teilaspekte des Themas beschränken. Zum Beispiel auf die Interfaces:
  • Was erwarte ich als Konsument von einem solchen System?
  • War erwarten Menschen, die an Corporate Governance interessiert sind?
  • Was die Hersteller?
Ich glaube, dass es sehr spannend wird, das ganze Projekt erst einmal als „black Box“ zu sehen. Wir beschreiben einfach des gewünschte Verhalten der Organisation aus der Sicht der verschiedenen Ziel- und Anwendergruppen, ohne uns um die technische Seite – und dadurch um die Machbarkeit - zu kümmern.

Sonntag, 18. November 2007

Innen und aussen

Wer sich auf zwei Beinen bewegt, muss damit rechnen, bei jedem Schritt aus dem Gleichgewicht zu geraten. In diesem Blog bewege ich mich auf zwei Beinen. Das eine versehe ich mit dem Label „aussen“. Hier geht es um die Beschreibung der konkreten Projektschritte. Die Dokumentation der äusseren Entwicklung einer Idee. Das andere trägt das Label „innen“ hier geht es um meine Reflexionen und die Gefühlszustände, in die mich der aktuelle Projektverlauf versetzt. Normalerweise wird dieser zweite Teil einer Projektgeschichte nicht dokumentiert. Er ist zu persönlich. Eigene Zweifel, Unsicherheiten und Grössenphantasien haben keinen Platz in einem erfolgreichen Projektmanagement.

Wenn wir uns jedoch nicht nur als Teil eines Projektes, sondern ein Projekt auch als Teil von uns verstehen, macht diese doppelte Berichterstattung Sinn. Von „innen“ betrachtet, eröffnet sich eine ganz neue Dimension in der Projektarbeit. Projekte entfalten eine Dynamik, die ihre ganz eigenen Chancen aber auch ihre ganz eigenen Gefahren bergen. Gewisse Projektverläufe können zu einem fruchtbaren Persönlichkeitswachstum beitragen. Manchmal bringen unsProjekte aber auch in Gefahr, psychosomatische Leiden zu entwickeln. Unabhängig von ihrem äusseren Erfolg oder Misserfolg können sie die beteiligten Menschen in schwere Kriesen stürzen.

So wird die ehrliche doppelte Berichterstattung, die vielleicht für einige zuerst einmal als unnötig oder sogar kontraproduktiv erscheint, zu einer Stärke. Das Taumeln zwischen den Schritten, der gleichzeitige Blick auf Innere und äussere Prozesse, ermöglicht ein dynamisches Gleichgewicht, eine Balance, die sowohl das Projekt, wie auch die ProjektonautInnen gesund erhält.

Mittwoch, 14. November 2007

Warum Projektonaut?

Projekte zu realisieren, die aus Träumen entstehen, solche, die in einer neuen Art in eine gegebene Realität eingreifen, lassen sich nicht einfach aufgleisen. Sie gleichen Reisen in eine innere und eine äussere Welt. Wir werden dabei zu „Projekt-SeefahrerInnen“ (nautēs = Seefahrer) die durch unbekannte und oft stürmische Meere segeln.

Es gibt diese Träume oder Ideen, die nie zu Ende gedacht werden oder zu einem allgemeinen "man müsste" Vortrag führen. Warum gehen wir so wenige realitätsverändernde Ideen wirklch an? Fehlt uns die Zeit? Haben wir Angst von dem Scheitern? Wissen wir nicht, wie wir Schiffe bauen könne, wie wir uns als Crew verständigen, wie wir in unbekannten Gewässern navigieren sollen? Was passiert, wenn jemand, oder noch besser eine Gruppe, beschliesst: Das versuchen wir trotzdem und sich dann tatsächlich auf den Weg macht?

Ein solcher Prozess möchte ich aufzeichnen. Es könnte eine Reise werden, die früh zu ihrem Ende kommt oder auch ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Eine spannende Geschichte wird es allemal.

Der Start

Die Idee für eine Form von "Warenhaus" das Handel auf Augenhöhe ermöglich, ist mir zugefallen, während ich auf der Suche nach neuen Turnschuhen war. Ich erlebte wieder einmal die Schwierigkeit zu erfahren, wo - und vor allem unter welchen Bedingungen - diese Produkte hergestellt werden.

Hast du dir schon einmal vorgestellt, was geschähe, wenn wir die Menschen persönlich kennen würden, deren Produkte wir kaufen?

Wer von uns hätte die Nerven, den ArbeiterInnen eines Sweatshop in die Augen zu schauen?

Wir sind an den hässlichsten Folgen der Globalisierung mitbeteiligt. Die Industrie zwischen uns und den ProduzentInnen ist dabei peinlich darauf bedacht, die Erfahrungswelten so weit zu fragmentieren, dass wir uns trotz dem Elend gut fühlen.