Samstag, 29. Mai 2010

Phasen gesellschaftlicher Veränderung

Wahrscheinlich kennen das alle, die sich jahrzehntelang für gewisse Themen, wie z.B. Nachhaltigkeit, einsetzen: Wir zweifeln manchmal, ob die vielen Treffen, das Gerede, die Publikationen, die Appelle und die Kongresse irgendeine positive Wirkung im Bezug auf eine kritische Mehrheiten in unserer Gesellschaft haben.

An einem grossen Kongress in diesem Frühling habe ich dazu eine interessante Beobachtung gemacht. Die Veranstaltung richtete sich an die gleiche Berufsgruppe, die auch schon an einem Kongress vor 12 Jahren angesprochen wurde.

Vor zwölf Jahren waren die Voten im Plenum noch durchwegs einer neoliberalen Sichtweise verbunden. Erst im persönlichen Gespräch hinter der Bühne, wurde über Zweifel am System gesprochen. Offene Kritik war offenbar noch zu gefährlich´und hätte sich wohl negativ auf die weitere Karriere ausgewirkt.

Anders in diesem Frühling: Kritische Stimmen im Plenum waren eher die Regel als die Ausnahme. Auch die Inhalte in den persönlichen Gesprächen hat sich geändert. Es ging nicht mehr um den diffusen Zweifel am System und ein vorsichtiges, fast konspiratives abtasten des Gegenübers auf der Suche nach Bestätigung.

Dafür rückten in den Begegnungen am Esstisch konkrete Alternativen ins Zentrum. Diese wurden zwar teilweise als "utopisch" oder "schwer zu realisieren" benannt. Aber sie wurden dennoch angeregt diskutiert.

Es scheint sich im Mainstream also, wenn ich meine subjektiven Beobachtungen ernst nehme, doch etwas zu bewegen. Wenn auch sehr, sehr langsam. Nach der privaten Desertifikation mit dem System, das in den neunziger Jahren spürbar wurde, jetzt die aktive, wenn auch tastende Suche nach möglichen Alternativen.

Was ist wohl der nächste Schritt?

Sonntag, 16. Mai 2010

Software und Non-Profit-Organisationen (NPO´s)

Die aufmerksamen LeserInnen haben bemerkt, dass dieser Blogg seit einigen Wochen wieder häufigere Posts aufweist.

Das FairWork-Projekt geht langsam in die Umsetzungsphase und dabei kommen viele neuen Herausforderungen auf uns zu.

Eine wichtige dreht sich um die die Frage: "Wie kommen wir zu einem ersten Prototypen der Online-Plattform, die wir brauchen, um unser Projekt zu realisieren?"

Optimistisch stimmt uns, dass es im Moment viele Menschen daran arbeiten Community-Plattformen mit offenem Quellecode zu entwickeln (siehe z.B. den letzten Post hier).

Bei der weiteren Recherche zum Thema, bin ich auf einige interessante Plattformen gestossen, die NPO's bei der Wahl oder der Entwicklung von Software helfen.

Idealware und techsoup sind zwei davon. Wie aktiv und hilfreich die Community hinter diesen Plattformen ist, merkt man meist erst, wenn man sie ausprobiert. Ich werde daher sicher in diesem Blog nochmal auf das Thema zurückkommen.

Diaspora - so was wie Facebook aber sicher und Open Source

Bei der Open-Source-Entwicklung von Social-Community Software ist seit einiger Zeit etwas in Bewegung. Jetzt wurde das Projekt "Diaspora" angekündigt, dass auch für unsere Arbeit interessant werden könnte.

Dienstag, 11. Mai 2010

Die Börse abschaffen!

Im Moment spielen die Börsenkurse wieder einmal Achterbahn. Dabei werden regelmässig die negativen Folgen des "Casino-Kapitalismus" angeprangert. Gut durchdachte Analysen sind jedoch selten und der "Le Monde Diplomatique" - Artikel von Frédéric Lordon, einem Ökonomen aus Frankreich, ist eine echte Perle.

Sein Fazit: Statt die Börse stärker zu regulieren, könnten wir sie einfach abschaffen.

Er widerlegt Schritt für Schritt den Mythos, das die Börse für die Wirtschaft wichtig sei: Sie ist weder die beste Lösung um Startups zu finanziere, noch um grosse Unternehmen besser zu kapitalisieren.

"Die Börse abschaffen? Das hätte nicht nur den Vorteil, uns zu bescheidenen wirtschaftlichen Kosten vom Ärgernis der Aktionärsmacht zu befreien. Es könnte auch den weiteren Sinn haben, das gesellschaftlich verbindlich gewordene Leitbild des schnellen Reichtums zu löschen, das für die Wohlgeborenen und Erfolgsgewohnten selbstverständlich geworden ist. Dann würden wir uns wieder darauf besinnen, dass das Geld, das wir verdienen, sich an dem Maß und den Möglichkeiten der lebendigen Arbeit orientieren sollte."

Sonntag, 9. Mai 2010

NING The social network NING is intending to go PREMIUM only

Diese Information hat mich heute beim Stöbern im DorfWiki erreicht.
Von dort bin ich zu einem Beitrag von Ralf Schlatterbeck gestossen.

Das aktualisiert ein Thema, das wir letztes Jahr hier diskutierten. Das "offen" bei einer Plattform eben nicht nur heisst, dass jeder mitmachen kann, sondern auch die Frage "wem gehört sie?" und "welche Schnittstellen zu anderen Plattformen bietet sie?"

Es muss doch möglich sein eine Plattform oder wie es Ralf vorschlägt einen Standard zu entwickeln, der auch komplexere collaborative Plattformen zu einem Common macht.

Für die Stiftung, die für unser Projekt in Gründung ist, ist auf solche Entwicklungen dringend angewiesen. Alleine werden wir jedoch es nicht schaffen...