Montag, 19. November 2007

Erster Spinnerclub

Oliver, Christoph, Raphael, Sabine, Billo und ich haben uns am 30. Oktober zu einem feinen Znacht und einem anregenden Gespräch getroffen.

Dabei zeigte es sich natürlich, wie unausgegoren die Idee ist. Wir haben wild durcheinanderdiskutiert und sind oft bei den "was alles nicht geht" hängen geblieben. Ein Diskussionsstrang drehte sich um die Frage, ob Handel nicht grundsätzlich regional sein sollte, ein anderer um die Schwierigkeit der "Übersetzungsarbeit" zwischen verschiedenen Sprachen und Kulturen.

Mit einzelnen Elementen des "Baukastens" konnten wir nicht richtig spielen, da sie den meisten nicht so vertraut waren. "Open-Source" löste in der Runde eher eine kollektive Abwehr-Reaktion aus ;-) und das chaordische Organisationsmodell ist leider noch wenig bekannt.

So blieb am Schluss so etwas wie ein "alternatives eBay" übrig. Etwas wenig für eine Idee, die mit dem Anspruch angetreten war, die Welt zu verändern ;-)

Damit kein falsches Bild entsteht: Es war eine spannende Diskussion, der Wein floss in Strömen und das Essen war gut. Auch muss die Idee irgendwie etwas ausgelöst haben, dass zum Nachdenken oder besser zum Weiterdenken anregt. Eine Einladung zu Oliver oder Billo nach Winterthur ist auf jeden Fall angekündigt. Auch die Gebana hat sich gemeldet und möchte „mitspinnen“.

Klar wurde mir an diesem Abend auch folgendes: Die EDV-technische Seite von so einem Projekt lässt sich mit den heutigen Mitteln lösen. Wahrscheinlich stellt auch die Logistik keine unüberwindlichen Hindernisse. Viel schwieriger gestaltet sich die Fragen der Governance.

Zukünftige Spinnerclubs werden wir wohl sinnvollerweise auf einzelne Module oder Teilaspekte des Themas beschränken. Zum Beispiel auf die Interfaces:
  • Was erwarte ich als Konsument von einem solchen System?
  • War erwarten Menschen, die an Corporate Governance interessiert sind?
  • Was die Hersteller?
Ich glaube, dass es sehr spannend wird, das ganze Projekt erst einmal als „black Box“ zu sehen. Wir beschreiben einfach des gewünschte Verhalten der Organisation aus der Sicht der verschiedenen Ziel- und Anwendergruppen, ohne uns um die technische Seite – und dadurch um die Machbarkeit - zu kümmern.

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

- Handel war doch schon immer eine rein ökonomische Motivation. So findet man denn auch meistens die entsprechenden "Charaktere" an den Schalthebeln dieser Branche. Die haben auf ihre Weise Erfolg und Erfolg macht vielen wiederum Hoffnung. Und diese Branche ist weissgott ein gigantisches Eco-System mit ganz vielen Partizipanten, die alle voneinader profitieren. Was nicht heissen soll, dass dies für immer so bleibt, aber sicherlich zu berücksichtigen gilt, wenn es darum geht, einen "Zeitplan" zu entwerfen.
- Vorreiter wie Switcher, Max Havelaar etc. beweisen, dass es auch (ein bisschen) anders geht. Interviews mit diesen Pionieren können sicherlich weiterhelfen, um den möglichen Aktionsradius rascher abstecken zu können.
- eine meiner Meinung nach ganz "schwierige Dimension" in diesem Projekt ist der Begriff "Fairness". Weil Fairness von Kultur zu Kultur, von Branche zu Branche, ja von Mensch zu Mensch unterschiedlich interpretierbar ist. ....so weit diskutierbar, dass man im radikalen Fall eigentlich keinen internationalen "Tausch-Handel gegen Devisen" betreiben sollte. Im aufgelockerten Szenario dann aber auf einmal weit über die Hälfte der Unternehmen als "faire Partner" gelten würden und natürlich mind. 90% der Konsumenten "gar nicht anders können".

Aber das Thema regt tatsächlich immer wieder zum Nachdenken an.

Weiter so!

Thomas hat gesagt…

Du hast damit eins der Core-Themen getroffen und ich glaub dass die Lösung im Moment darin besteht einfach kleinen Produktionsbetrieben rund um die Welt, die dafür offen sind, sich transparent darzustellen, die Chance zu geben sich mit KonsumentInnen hier bei uns zu vernetzen. Könnte klappen, oder?

Anonym hat gesagt…

Hallo Thomas
Könnte funktionieren!
...wenn durch die kleinen Volumen, resp. den hohen Koordinationsaufwand etc.
die Logistikkosten nicht explodieren.
Und sich die kleinen Hersteller, Verteiler und Geschäfte nicht allzu sehr
erpressen / einschüchtern lassen.

Ist wahrscheinlich mal wieder dir Krux von den "First Movern".