Montag, 25. Februar 2008

Wahlfreiheit und Gestaltungsfreiheit

In der Doktorarbeit von Barbara Wenk finde ich eine interessante Passage: Die Museologin unterscheidet in ihrer Arbeit "Zur gegenwärtigen Praxis des Ausstellens von Technik am Mueseum" zwischen Wahlfreiheit und Gestaltungsfreiheit von MuseumsbesucherInnen. Die Wahlfreiheit setzt sie mit der Rolle von KonsumentInnen gleich. Als KonsumentInnen haben wir die Wahl zwischen verschiedenen Angeboten. Das suggeriert Freiheit. Wie eingeschränkt diese jedoch durch die gebotenen Wahlmöglichkeiten ist und wie anders eine Freiheit aussieht, die in der aktiven Mitgestaltung liegt, gerät dabei schnell aus dem Blickfeld.

Es wird mir klar, warum mir bei unserem Projekt so wichtig ist, dass die Beteiligten zumindest von der Möglichkeit her zu ProsumerInnen werden können. Also zu Menschen, die eine wesentliche Spaltung unserer Zeit überwinden: Als KonsumentInnen leben wir in der Illusion der Freiheit. Als Beteiligte an den Produktionsprozessen sind wir jedoch den Zwängen und Systemen unseres Wirtschaftssystem ausgesetzt. Ein System in dem sich die Wenigsten von uns als Gestaltende erleben. Oft erzeugen wir durch unsere Wahlen als KonsumentInnen (möglichst preiswert, Dienstleistungen rund um die Uhr verfügbar usw.) sogar den Druck, unter dem wir dann als Angestellte oder FreiberuflerInnen leiden.

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