Freitag, 29. Februar 2008

Erfolgreich dank glaubwürdigem Geschäftsmodell

Fussball ist Big Business. Einer der erfolgreichsten Clubs (FC-Barcelona) entzieht sich dieser Logik und ist ein gemeinnütziger Verein geblieben, der seinen Fans gehört. Auf Ihrem Trikot prangt das Logo von Unicef. Der FC-Barcelona sponsort das Kinderhilfswerk und stellt ihm die Werbefläche kostenlos zur Verfügung!

"Oberste Maxime eines Sportvereins ist nicht die Gewinnerzielung, sondern die Verfolgung sportlicher Ziele. Mitglieder, Fans und Sponsoren des FC Barcelona können also sicher sein, dass alle erzielten Erträge dem Sport zugute kommen. Demgegenüber müssen etwa die Anhänger und Sponsoren von Manchester United befürchten, dass die Eigentümer in erster Linie Profitziele verfolgen. Das rasante Umsatzwachstum des FC Barcelona an seinen englischen Konkurrenten vorbei deutet darauf hin, dass Fans und Sponsoren vielleicht doch lieber den Fussball und Unicef unterstützen als US-amerikanische Milliardäre. " Schrieb die NZZ am 22.06.07 dazu.

Der FC Barcelona liefert damit ein weiteres Beispiel, dass Erfolg haben, sinnvolle Ziele erreichen und faire Löhne bezahlen nicht zwangsläufig eine Kapitalgesellschaft benötigt. Glaubwürdigere Geschäftsmodelle sind sogar oft erfolgreicher.

Montag, 25. Februar 2008

Wahlfreiheit und Gestaltungsfreiheit

In der Doktorarbeit von Barbara Wenk finde ich eine interessante Passage: Die Museologin unterscheidet in ihrer Arbeit "Zur gegenwärtigen Praxis des Ausstellens von Technik am Mueseum" zwischen Wahlfreiheit und Gestaltungsfreiheit von MuseumsbesucherInnen. Die Wahlfreiheit setzt sie mit der Rolle von KonsumentInnen gleich. Als KonsumentInnen haben wir die Wahl zwischen verschiedenen Angeboten. Das suggeriert Freiheit. Wie eingeschränkt diese jedoch durch die gebotenen Wahlmöglichkeiten ist und wie anders eine Freiheit aussieht, die in der aktiven Mitgestaltung liegt, gerät dabei schnell aus dem Blickfeld.

Es wird mir klar, warum mir bei unserem Projekt so wichtig ist, dass die Beteiligten zumindest von der Möglichkeit her zu ProsumerInnen werden können. Also zu Menschen, die eine wesentliche Spaltung unserer Zeit überwinden: Als KonsumentInnen leben wir in der Illusion der Freiheit. Als Beteiligte an den Produktionsprozessen sind wir jedoch den Zwängen und Systemen unseres Wirtschaftssystem ausgesetzt. Ein System in dem sich die Wenigsten von uns als Gestaltende erleben. Oft erzeugen wir durch unsere Wahlen als KonsumentInnen (möglichst preiswert, Dienstleistungen rund um die Uhr verfügbar usw.) sogar den Druck, unter dem wir dann als Angestellte oder FreiberuflerInnen leiden.

Sonntag, 24. Februar 2008

Zweites Spinnerclubtreffen

Unser zweite Club-Treffen fand am 24.1. in Zürich statt. Dabei waren Andreas, Christoph, Felix, Alex und ich. Das Essen war wieder exzellent.

Wir hatten diesmal 3 neue Teilnehmer. Drei TeilnehmerInnen vom letzen mal, ging der vorgeschlagene Termin nicht und Christian war immer noch in Brasilien.

Ich wünschte mir, dass wir an den Schnittstellen weiterarbeiten. Es zeigte sich aber, dass zwei Problemfelder im Vordergrund standen und der weiteren Diskussion bedurften.

- Wie sieht die Vision in seiner entgültigen Entfaltung aus?

- Wie sehen die kleinen ersten Schritte aus, die diese Entfaltung ermöglichen? Wo starten?

Diese grundsätzlichen Fragen wurden aufgeworfen, weil wir teilweise neue Leute waren und daher einige der bisher gemachten Schritte von der Gruppe nochmals nachvollzogen werden mussten. Der Spagat zwischen einer grossen Vision und – im Moment - sehr kleinen Ressourcen ist auch tatsächlich eine der aktuellen Problemstellungen unseres Projektes.

Die Frage kann auch anders gestellt werden: Wie muss der „Gencode“ des Projektes beschaffen sein? Es lohnt sich, intensiv darüber nachzudenken, bevor wir mit der Realisierung starten. Wir sehen im Moment viele gute Ideen von vielen verschiedenen Gruppierungen entstehen. Meist fliest schon bald viel Arbeit und Herzblut in solche Projekte. Ab einem gewissen Punkt kommen manche davon nicht mehr vom Fleck. Ein Grund dafür ist oft ein fehlerhafter „Gencode“, ein Systemfehler, der in der Pionierphase mit Enthusiasmus und Improvisationsgabe überspielt werden kann, später dann aber zum Stillstand des Projektes führt. Die „Verfassung“ die wir anstreben, sollte von Anfang an funktionieren und gleichzeitig einen mögliche stürmische Entwicklung verkraften können und auch im voll entfalteten Projekt funktionieren.

Drei Punkte haben wir dazu herausgearbeitet. Sie können in einem zeitlichen Ablauf gesehen werden.

Erstens: Ein Kernpunkt des Projektes ist für uns die Governance. Das Projekt darf nicht proprietär sein, oder anders ausgedrückt: Es soll allen wesentlichen Nutzergruppen gehören und über ein System von Regeln von diesen auch kontrolliert und verändert werden können. Ein grosses Problem bei allen Social Networks und Organisationen wie Amazon oder Ebay ist eben gerade, dass sich zwar alle beteiligen dürfen (Konten eröffnen, Beiträge oder Produkte einstellen usw.) Die Platformen selber aber einzelnen Menschen oder Gruppierungen gehören, deren Entscheidungen und Interessen für die grosse Gruppe der NutzerInnen nicht transparent sind und nicht beeinflusst werden können. Kommerzielle, manchmal jedoch auch Nonprofit-Projekte scheitern an diesem Punkt, wenn die Macht- und Einflussstrukturen nicht schon von Beginn an richtig aufgebaut und ausbalanciert sind.

Zweitens: Die Organisation soll Einnamen erwirtschaftet. Es braucht also ein Modul das Umsätze generiert. Da unsere Plattform ProduzentInnen einbinden will, sollte sie selber nicht als Produzentin auftreten. Sie kann aber am Umsatz der gehandelten Produkte beteiligt sein und Dienstleistungen anbieten, die entweder für ProduzentInnen, für KonsumentInnen, für EntwicklerInnen und für HändlerInnen und im besten Fall für alle diese Gruppen oder für die Kommunikation unter ihnen sinnvoll sind.

Drittens: Die Einnahmen aus den Umsätzen sollen eingesetzt werden, um denen, die Dienstleistungen erbringen faire Löhne zu bezahlen. (Das die angeschlossenen Produzenten Produkte mit einem sozialen Mehrwert anbieten und die KonsumentInnen bereit sind diesen Mehrwert auch zu bezahlen, versteht sich von selbst)

Die angestrebte Organisation ist also eine Platzform, die fairen Handel ermöglicht und möglichst viele ProduzentInnen, HändlerInnen, ProdukteentwicklerInnen und KonsumentInnen in ein faires und durchschaubares System einbindet. Anderseits aber auch ein Unternehmen, das Dienstleistungen erbringt, Umsatz generiert und ab einer gewissen Grösse mit seiner Finanzkraft auf wirtschaftliche Prozesse Einfluss nehmen kann. Dabei gehört es allen Nutzerinnen und wird über eine schlanke Verwaltung aber auch über ein cleveres Kommunikations- und Mitbestimmungssystem von der Basis aus kontrolliert.

Das tönt jetzt erst mal ziemlich abstrakt. Aber wenn wir von Strukturen und Funktionen reden, kommen wir nicht darum herum, uns auf eine gewisse Abstraktionsebene zu begeben.

Wir waren uns einig, dass die Vision in ihrer entfalteten Form möglichst konkret ausformuliert werden sollte; in einer Sprache, die bildhaft und allgemein verständlich ist. Eine Arbeit, die ich in den nächsten Wochen in Angriff nehmen werde. Einige Anregungen zu einem Gesamtbild sind schon in der aktuellen Internetpräsentation und diesem Blog enthalten.

Die Frage nach dem Startpunkt blieb in der Runde erst mal unbeantwortet. Aufbau einer Handelsplattform a la Ebay? Das macht im Moment unter anderen schon Faircustomer.ch. Mit einem einzelnen Produkt beginnen, das exemplarisch in einem Produzenten-Konsumente-Netzwerk entwickelt und vertrieben werden kann? Das macht unter andern schon Massschuh.de. Erst mal einfach den Community-Teil aufbauen? Internetgemeinschaften in denen sich Menschen „nur“ virtuell treffen und austauschen, gibt es wohl schon mehr als genug. Neu und interessant zum Beispiel Weltretter.org, weil sich diese Plattform über Aktivitäten und nicht einfach über Socializing definiert.

Mitte Februar in einem Gespräch mit Christian ging’s dann mit dieser Frage einen Schritt weiter: Warum nicht tatsächlich mit einem Community-Modul beginnen? Erstens gibt es – nach unserem Wissensstand – keine einzige Community-Platform, in der die Nutzer auch die Besitzer sind. Diese aufzubauen würde uns die Möglichkeit geben, erst mal in einem relativ kleinen Rahmen wertvolle Erfahrung in der Governance eines von Nutzern verwalteten Systems zu sammeln. Zweitens wären in so einer Plattform erste Dienstleistungen möglich, für die wir bereit wären, monatlich einen angemessenen Betrag zu bezahlen. Christian und ich haben dazu gleich mal ad hoc eine Anzahl realisierbarer Funktionen zusammengetragen, die wir uns von einer solchen Plattform wünschen wurden und die uns bei allen bestehenden Anbietern fehlen. Zum Beispiel die Möglichkeit alle eigenen Kontakte und nicht nur diejenigen, die auch auf der Plattform angemeldet sind zu verwalten oder auch eine abslolut spamfreie EMail-Lösung. Das Geld das über eine solche Dienstleistung in die Kasse gelangen würde, könnte in die Weiterentwicklung der gemeinsamen Vision fliessen.

Wen die Governance im kleineren Rahmen gut funktioniert, können wir weitere Module entwickeln, oder bestehende Initiativen, die den gleichen ideellen Zielen verpflichtet sind, einbinden.

Mittwoch, 23. Januar 2008

Produktetransparenz dank Internet

Glasnost im Glas Most

Wenn eine Idee folgerichtig ist, gibt es viele Initiativen, die in eine ähnliche Richtung gehen und in ihrem Teilbereich auch schon viel weiter sind als zum Beispiel unser "Spinnerclub".

Daher werde ich immer wieder auf Projekte hingewiesen. Das ist ein gutes Beispiel für Crowdsourcing. Wir müssen nicht alles selber recherchieren, viele interessante Kontakte, werden an uns herangetragen.

Hier also mal herzlichen Dank für all die Hinweise, Links und Ideen, die uns aus aller Welt zufliegen.

Zwei initiativen, die sich mit der Transparenz von Konsumgütern beschäftigen, möchte ich heute kurz vorstellen:

http://www.codecheck.ch/ sammelt Informationen über Produkte. Zugänglich sind sie über den Barcode. In Zukunft kann so das Handy mit Fotofunktion zu einem Scanner werden, über den direkt im Laden herstellerunabhängige Informationen über Produkte abrufbar sind.

http://www.natureandmore.com/ ist im Dezember 2004 entstanden als ein System zur Qualitätssicherung der Firma Eosta, einem niederländischen Händler für frisches Obst und Gemüse aus biologischem und biologische-dynamischem Anbau. Bereits in der kurzen Zeit seit der Gründung konnte Nature & More mit fünf führenden Unternehmen aus dem Bereich des kontrolliert biologischen Anbaus Verträge abschließen. Die Zahl der weltweit betreuten und bewerteten Anbauer wächst ständig. Hier ist es nicht der Barcode, sondern einen eigene 4-stellige Nummer auf der Verpackung, die den Zugriff auf viel Hintergrundinformation erlaubt.

Montag, 21. Januar 2008

Social Entrepreneurship geschieht in Netzwerken

Ein Artikel in der WOZ vom 10.01.2008 über die Remei AG zeigt exemplarisch, wie soziales und nachhaltiges Wirtschaften möglich ist und das es in sozialen Netzwerken geschieht.

Es zeigt auch, dass der Aufbau dieser Netze oft Knochenarbeit ist. Es braucht jahrelange Überzeugungsarbeit um eine gute Idee in den Köpfen von genügend Menschen zu verankern und die Arbeit dieser Menschen in wirtschaftlich funktionierenden Netzwerken zu verknüpfen.

Apropos Soziale Netzwerke: Ob und wenn ja, wie webbasierte "Social Networks" bei solchen Prozessen helfen können wird Ansatzweise im Blog Nachhaltig Beobachtet diskutiert

Mittwoch, 16. Januar 2008

Team - AG

Dieses Projekt zielt nicht ganz in die gleiche Richtung und ist trotzdem vom Geist her verwandt mit den Projektonauten - Vor allem da es teilweise von den gleichen Personen stammt ;-)

Mehr zum Hintergrund in einem Interview mit den Initianten.

Freitag, 4. Januar 2008

The Story of Stuff

Ein kurzes Video, das zeigt, wo unser "Zeugs" herkommt und wo es hingeht.

Nicht, dass wir das nicht schon alles wüssten. Aber es ist sehr gut zusammengefasst und sehr einfach und verständlich dargestellt.

(in Englisch und mit Daten die teilweise auf die USA bezogen sind)

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Die Tatsachen

Um unsere Spielwiese genauer einzugrenzen und dem Vorwurf, wir seien einfach „a bisserl naiv“ entgegenzuwirken, möchte ich hier eine Liste von Tatsachen zur Diskussion stellen, mit denen wir bei unserer kniffligen Aufgabenstellung rechnen müssen. Ergänzungen sind natürlich willkommen. Du bist auch zur kritischen Nachprüfung eingeladen,, ob es sich bei erwähnten Punkten tatsächlich um Tatsachen und nicht eher um hartnäckige(vor-) Urteile handelt. Schliesslich kannst du auch clevere Ideen oder gute Praxisbeispiele hinterlegen, die zu einer Lösung beitragen können.

Erste unvollständige Liste:
  1. Professionelle Entwicklung, Einkauf und Marketing übernehmen in einer funktionieren Organisation eine wichtige Übersetzungsarbeit zwischen ProduzentInnen und KundInnen. Das kann nicht einfach über durch eine Plattform ersetzt werden
  2. Internetplattformen ohne persönliches Beziehungsnetz, reale Begegnungsmöglichkeiten und gemeinsame konkrete Interessen funktionieren nicht.
  3. Ein System, dass unserer Vision entspricht muss ein gewisses Volumen entwickeln um rentabel zu sein. Es braucht daher ziemlich viel Kapital in der ersten Phase.
  4. Je grosser eine Organisation ist, um so schwerfälliger und undemokratischer wird sie normalerweise.
  5. Wenn die Governance bei allen Stakeholdern bleiben soll, werden diese InvestorInnen nicht bei „normalen“ Venture-capitalists zu finden sein.
  6. Das System muss auch ausserhalb des Internets sichtbar sein und Menschen, die keine Computer-Kids sind über verschieden Formen von Assistenz Zugang ermöglichen. Die Internet-Freaks können jedoch bei der Entwicklung und Verbreitung eine wichtige Rolle spielen.
  7. Von den Produkten, die sich auf den ersten Blick für unserer System eignen (Textilien, Kaffee usw) gibt es schon gute Lösungen im Fairtrade-Bereich.
  8. Jedes Produkt muss neu betrachtet werden. Es gibt in der Entwicklung, der Produktion und in der Logistik oft wenig Gemeinsamkeiten zwischen verschiedenen denkbaren Produktegruppen. Das Bilden von zuverlässigen Kompetenz- Clustern ist daher ev. aufwändig und kostspielig.
  9. Fairtrade ist ein schwer zu fassender Begriff und stellt hohe Anforderungen an Information, Kommunikation und Kontrolle.
  10. Menschen sind grundsätzlich träge. Eine genügen grosse Gruppe muss sich aber schon früh bewegen, damit ein Markt entsteht.
(Liste bitte ergänzen)

Mittwoch, 19. Dezember 2007

„Cropster.org“ bringt Kaffeebauern bessere Vermarktungschancen

„Internet kann Kaffeebauern zu besseren Produkten und Chancen am Markt helfen. Cropster.org eine von österreichischen Entwicklern betriebene neue Online-Plattform soll dazu beitragen“, berichtet der Standard vom 19.12.07

Cropster ist eine Drehscheibe zwischen Kaffeebäuerinnen und Bauern, Zwischenhandel und Röstereien. Die Plattform macht den Markt transparent und gibt den ProduzentInnen dadurch die Möglichkeit zum Planen und bessere Preise zu erzielen.

Das Problem mit dem Umgang der Technologie in den Ländern des Südens hat sich den drei Entwicklern auch gestellt. Computer oder PDA zur Dateneingabe seien für die meisten Bäuerinnen und Bauern zu komplex. Handy und SMS hingegen inzwischen weit verbreitet. Martin Wiesbauer vom Entwicklerteam sagt: “Es gibt Gegenden, die kein Wasser und keinen Strom, aber Mobilfunk haben“ Die Online-Eingaben erfolgen dann bei den Genossenschaften, die sowohl über Internet als auch qualifizierte Leute verfügen.

Cropster ist übrigens eins der Projekte, die im Rahmen der net culture lab unterstützt wurde. In Wien und Dornbirn bietet dieses jungen EntwicklerInnen eine Art Innovationsbüro mit der nötigen Infrastruktur.

Sonntag, 16. Dezember 2007

Die Roten schreiben schwarze Zahlen

Mit dem Titel "Die Roten schreiben schwarze Zahlen" gibt es ein absolut lesenswerter Artikel von Cécile Raimbeau
"Lieber etwas unternehmen als arbeitslos werden. Nach Argentinien und Venezuela «erobern» nun auch in Europa immer mehr ArbeiterInnen ihre Firmen, bilden Genossenschaften und Kooperativen und retten so ihre Arbeitsplätze. Nur die Regierungen der EU scheinen dies nicht zu goutieren."
Zu lesen in der neuen (deutschen) Ausgabe von "Le Monde diplomatique". Erfolgsberichte aus der kooperativen Wirtschaft werden immer noch viel zu wenig wahrgenommen. Wer weiss hierzulande z.B. dass es in Spanien über 45´000 selbstverwaltete Betriebe gibt?

Samstag, 15. Dezember 2007

Die Interfaces des Projektes

Unter dem Label "Schnittstellen" möchte ich verschiedene Zugänge zu unserer Idee zur Diskussion stellen. Es sind Fenster auf ein Projekt, das wir in seiner Gesammtheit noch nicht erfassen können. Betrachte sie als Skizzen oder als Anregung zum Weiterdenken und "Weiterspinnen".

Die Organisation, die all diese Funktionen erfüllt, betrachten wir erst mal als eine "Black Box" eine Kiste, von der wir noch nichts wissen. Ludwig Wittgenstein, einer der grossen Philosophen und Logiker des 20. Jahrhunderts sagte einmal: "Die Tatsachen gehören alle zur Aufgabe, nicht zur Lösung". In dem Sinn freue ich mich schon riesig auf eine lustvolle und kreative Auseinandersetzung mit all den definierten Aufgaben und vorgefundenen Tatsachen unseres Projektes.

Produkte-EntwicklerInnen

Unter dem Label "Schnittstellen" möchte ich verschiedene Zugänge zu unserer Idee zur Diskussion stellen. Es sind Fenster auf ein Projekt, das wir in seiner Gesammtheit noch nicht erfassen können. Betrachte sie als Skizzen oder als Anregung zum Weiterdenken und "Weiterspinnen".

Intention: Ich möchte im Team mit anderen TechnikerInnen und DesignerInnen an sinnvollen Produkteentwicklungen arbeiten

Als EntwicklerIn kann ich über das Netzwerk mit anderen EntwicklerInnen an spannenden Produkte-Entwicklungen arbeiten. Ich bin dabei in engem Kontakt mit einer grossen KonsumentInnen und ProduzentInnen – Gruppe und kann vom Know-how beider Seiten profitieren. Ich bekomme dafür klare Aufträge und meine Arbeit ist fair entlöhnt.

ProduzentInnen

Unter dem Label "Schnittstellen" möchte ich verschiedene Zugänge zu unserer Idee zur Diskussion stellen. Es sind Fenster auf ein Projekt, das wir in seiner Gesammtheit noch nicht erfassen können. Betrachte sie als Skizzen oder als Anregung zum Weiterdenken und "Weiterspinnen".

Intention: Ich möchte Produkte herstellen, die auch wirklich gebraucht werden, die AbnehmerInnen finden und möglichst ökologisch sind. Dafür möchte ich einen fairen Lohn

Ich erhalte Zugang zu einem grossen Markt an Menschen die nicht nur meine Produkte kaufen, sondern auch an meinen Lebensumständen interessiert sind. Da es zwischen mir und meinen KonsumentInnen eine Feedback-Schlaufe gibt, bekomme ich auch mit, was meine Kunden wirklich brauchen. Sie machen mir Vorschläge für Verbesserungen und geben mir Hinweise, was in den nächsten Monaten oder Jahre nachgefragt werden könnte.

Zusätzlich bekomme ich Zugang auf Produktions-Know-how und eventuell auch zu Startkapital und zu industriell gefertigten Bestandteilen meiner Produkte.

HändlerInnen

Unter dem Label "Schnittstellen" möchte ich verschiedene Zugänge zu unserer Idee zur Diskussion stellen. Es sind Fenster auf ein Projekt, das wir in seiner Gesammtheit noch nicht erfassen können. Betrachte sie als Skizzen oder als Anregung zum Weiterdenken und "Weiterspinnen".

Intention: Ich möchte mich mit dem Handel sinnvoller Produkte selbständig machen mit einem Geschäftslokal oder als Kundenberater

Ich finde im System alle Informationen und Produkte die ich brauche um mich mit wenig aufwand selbständig zu machen. Mein Geschäft oder - wenn ich ohne Ladenlokal als DirektverkäuferIn starte - meine Heimadresse hilft den Menschen, die Produkte suchen, diese möglichst vor Ihrer Haustüre zu finden.

Ich kann natürlich auch mein schon bestehendes Geschäft mit einzelnen Produktelinien aus dem System ergänzen.

KäuferInnen

Unter dem Label "Schnittstellen" möchte ich verschiedene Zugänge zu unserer Idee zur Diskussion stellen. Es sind Fenster auf ein Projekt, das wir in seiner Gesammtheit noch nicht erfassen können. Betrachte sie als Skizzen oder als Anregung zum Weiterdenken und "weiterspinnen".

Intention: Ich möchte mit wenig Aufwand die ökologisch und sozial besten Produkte kaufen

Ich habe als Funktion im Netzwerk einen persönlichen Kauf-Assistenten, der mir möglichst viel Arbeit abnimmt. Im Prinzip kann ich hier ein virtuelles Kaufhaus einrichten, in dem genau die Produkte drin sind, die ich brauche. Ich kann bekannte Artikel aber auch Produkeanfragen in diesen "Shop" stellen. Für diese erhalte ich dann aus dem System gemäss meinen Kriterien die besten Vorschläge. Das System zeigt mir auch, wo es ein reales Lokal oder eine selbständige Kundenberaterin in meiner Nähe gibt, bei der ich das Produkt anschauen und kaufen kann oder wer aus meinem Netzwerk gute oder schlechte Erfahrungen mit dem Produkt gemacht hat.

Sozial Community Network

Unter dem Label "Schnittstellen" möchte ich verschiedene Zugänge zu unserer Idee zur Diskussion stellen. Es sind Fenster auf ein Projekt, das wir in seiner Gesammtheit noch nicht erfassen können. Betrachte sie als Skizzen oder als Anregung zum Weiterdenken und "weiterspinnen".

Intention: Ich möchte mich mit gleichgesinnten Menschen vernetzen

Ein Netzwerk als grosse intentionale Gemeinschaft von Menschen, denen Nachhaltigkeit, Oekologie und FairTrade wichtig sind. Diese Gruppe ist mittlerweile unter den Kürzeln LOVOS (Lifestyle of Voluntary Simplicity) und LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability) bekannt.

Die TeilnehmerInnen machen, was in allen Sozial-Community Netzwerken im Internet gemacht wird. Sich verknüpfen, Informationen austauschen, diskutieren usw.

Dieses Netzwerk ist der Boden für viele der weiteren Aktivitäten. Hier stellen die ProduzentInnen Ihre Produkte und Cooperativen vor. Die KonsumentInnen diskutieren mit den ProdukteentwicklerInnen, die ProduzentInnen finden ihre AbnehmerInnen in der Gemeinschaft und schaffen langfristige auf vertrauen basierte Kundenbeziehungen.

Dienstag, 11. Dezember 2007

Interview in NachhaltigBeobachtet

Reto Stauss führt seit einiger Zeit einen informativen und gut recherchierten Blog zum Thema Nachhaltigkeit. In diesem ist heute ein Interview zu unserem Projekt erschienen. Ich freue mich über die rasche und spannende Vernetzung.

Sonntag, 9. Dezember 2007

Das Potential von nicht proprietären Organisationen

Es ist extrem wohltuend, sich mit Menschen auszutauschen, die sich durch Kreativität und Erfahrung auszeichnen. Solche Gespräche sind für mich wie Oasen in denen ich meine Nahrungs- und Wasservorräte neu auffülle, um die nächste Etappe durch die Wüste der Ideenlosigkeit und des "das geht doch nicht" in Angriff zu nehmen. Heute war Christian zu Besuch. Er hat viel Erfahrung in Unternehmensgründungen (war unter anderem Mitbegründer der ABS) und ist ein einer der kreativsten Fachleute für Finanzierungfragen, den ich kenne.

Während einem entspannten Spaziergang haben wir uns gefragt, in welchen Projekten oder Organisationen wir uns wirklich engagieren würden. Dabei wurde klar, das es eine Organisation sein muss, die allen Beteiligten gehört und eine Verfassung hat, die einen Verkauf verunmöglicht. Ein klassischer Startup mit Unterstützung von Venture-Kapitalisten kommt da natürlich nicht in Frage. Wir hätten überhaupt keine Lust unsere wertvolle Kreativität und Lebenszeit in ein ideelles Projekt zu stecken, das schliesslich mit grossen Gewinnen für die Gründer an der Börse versilbert wird.

Wir waren uns ziemlich sicher, dass die meisten wirklich klugen und engagierten Menschen so denken. Für unser Projekt möchten wir jedoch viele dieser Menschen ins Boot holen - Arbeit gibt es genug.

Donnerstag, 6. Dezember 2007

Social-Community-Hype

Der Blog zweinull.cc zählt im Oktober alleine in Deutschland über 100 Social - Networking - Communities. Jetzt geht es offenbar um die Alleinstellungsmerkmale. Im November ist mit Kaioo das erste "wohltätige Netzwerk" dazugekommen.
Der Verdrängungskampf ist - sichtbar lanciert durch die Beteiligung von Microsoft an Facebook - schon voll losgegangen. Das Netzwerk der Telekom ist eins, dass jetzt mangels Erfolg schliesst und Heise Online meint dazu lakonisch: "Bei so viel Konkurrenz muss man kein großer Prophet sein, um vorherzusagen, dass noch etliche weitere Dienste ihre Pforten wieder schließen werden"

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Neue Moneta Ausgabe

Die neue Moneta Ausgabe (Zeitschrift der alternativen Bank Schweiz) ist für unser Projekt interessant. Neben einem allgemeinen Artikel zum Thema "Fairer Handel" (Seite 6 - 7) ist "Demokratie in der Wirtschaft" ein zweites Schwerpunktthema.