Dienstag, 11. Mai 2010

Die Börse abschaffen!

Im Moment spielen die Börsenkurse wieder einmal Achterbahn. Dabei werden regelmässig die negativen Folgen des "Casino-Kapitalismus" angeprangert. Gut durchdachte Analysen sind jedoch selten und der "Le Monde Diplomatique" - Artikel von Frédéric Lordon, einem Ökonomen aus Frankreich, ist eine echte Perle.

Sein Fazit: Statt die Börse stärker zu regulieren, könnten wir sie einfach abschaffen.

Er widerlegt Schritt für Schritt den Mythos, das die Börse für die Wirtschaft wichtig sei: Sie ist weder die beste Lösung um Startups zu finanziere, noch um grosse Unternehmen besser zu kapitalisieren.

"Die Börse abschaffen? Das hätte nicht nur den Vorteil, uns zu bescheidenen wirtschaftlichen Kosten vom Ärgernis der Aktionärsmacht zu befreien. Es könnte auch den weiteren Sinn haben, das gesellschaftlich verbindlich gewordene Leitbild des schnellen Reichtums zu löschen, das für die Wohlgeborenen und Erfolgsgewohnten selbstverständlich geworden ist. Dann würden wir uns wieder darauf besinnen, dass das Geld, das wir verdienen, sich an dem Maß und den Möglichkeiten der lebendigen Arbeit orientieren sollte."