Sonntag, 11. Mai 2008

3, Spinnerclubtreffen

Der 3. Spinnerclub fand das erste mal in einer Arbeitsumgebung statt. Wir trafen uns in meiner Praxis, verpflegten uns am Buffet und standen, sassen und lagen um Flipcharts herum. Christoph und Billo konnte dieses mal leider nicht mitmachen. Dafür war Christian, Philipp und Barbara das erste mal dabei. Alex brachte seinen interessierten Sohn mit. Hier der Stand des Projektes nach diesem Treffen:

1. Start:
Wir sind uns einig, dass wir mit dem Projekt starten sollten, auch wenn noch nicht alle Fragen geklärt sind. Die einzelnen Phasen für Gründung und Entwicklung werden weiter unten beschrieben.

Wir brauchen für diesen nächsten Schritt sinnvollerweise einen collaborative workspace für die weitere Koordination des Projektes. Die Funktionalität eines Blogs reicht dafür nicht mehr aus. Wo gibt es eine solche Plattform, die wir möglichst bald und mit akzeptierbarem Aufwand einrichten und nutzen könnten?

2. Rechtliche Grundstruktur:
Eine gute Governance ist die Basis unseres Projektes. Sie soll den ideellen Kern des Projektes nachhaltig verankern und auch ein stürmisches Wachstum verkraften.

Die formale Grundkonstruktion wird eine Kombination von Aktionegesellschaft für das Operative und eine Stiftung als Garantie für das Ideelle sein.

Eine wertvolle Aktiengesellschaft kann attraktiv werden für eine Übername von dritten oder auch von Begehehrlichkeiten von innen. Dadurch, dass alles Wertvolle: (Marke, Patente, Daten) nicht der Aktiengesellschaft gehört, sondern einer Stiftung, bleibt der AG das operative geschehen und das ist für eine Übername nicht interessant.

3. Aktiengesellschaft:
Es wird verschiedene Kategorien von Aktien geben:
  • NPO’s aus dem Bereich Entwicklungszusammenarbeit, Fairer Handel, Oekologie, deren Ziele mit uns übereinstimmen, können Aktien mit dem 10-fachen Stimmrecht erwerben. Sie dienen als Garant der Grundidee.
  • „Normale“ Aktionäre erhalten Aktien mit einfachem Stimmrecht.
  • Aktionäre mit ökonomisch schlechteren Voraussetzungen und MitarbeiterInnen der Aktiengesellschaft erhalten Namenaktien mit normalem Stimmrecht aber zu einem reduzierten Preis.
Den AktionärInnen soll – sobald das wirtschaftlich möglich ist – eine angemessene Dividende (in Geld oder anderer Form) gewährt werden.

4. Stiftung:
Die Stiftung wird von einem Stiftungsrat verwaltet.

5. Stiftungszweck/Satzung:
Diese können nicht verändert werden und sollten daher so allgemeingültig formuliert werden, dass er den nötigen Wandel nicht behindert und trotzdem die Erhaltung der Grundidee garantiert.

6. Ausführungsbestimmungen:
Alle Statuten, die nicht in der Satzung verankert sind, können in Ausführungsbestimmungen formuliert werden. Diese können veränderbar seine.

7 Stiftungsrat:
Im Stiftungsrat sitzen idealerweise VertreterInnen aller relevanten Stakeholder.
  • VertreterInnen der Aktiengesellschaft
  • VertreterInnen der ProdukteentwicklerInnen
  • VertreterInnen der ProduzentInnen
  • VertreterInnen der HändlerInnen
  • VertreterInnen der KundInnen
8. Community-Plattform:
Um Entwicklung, Prodkution und Handel von sinnvollen, nachhaltigen und fair hergestellten und gehandelten Produkten zu ermöglichen braucht es einen Markt von einer gewissen Grösse. Diesen Markt schaffen wir mit einer Community-Plattform. Das erste Ziel der Aktiengesellschaft wird es sein eine gute Plattform zu entwickeln. Der Betreib der Plattform liegt bei der Aktiengesellschaft, das Programm und die Daten gehören jedoch der Stiftung. (siehe Punkt 2).

9. Einbindung möglichst vieler Mitgliedern:
Die Plattform kann verschiedenen NPO’s die ideell in unsere Richtung gehen und die noch keine eigene Kommunikationsplattform entwickelt haben angeboten werden. Der Vorteil für die Organisationen ist es:
  • Keinen eigenen Entwicklungs- und Wartungsaufwand
  • Keine Abhängigkeit von einem profitorientierten Unternehmen
  • Chance der grösseren Vernetzung über die eigene Institution hinaus
10. Einbindung von ProdukteentwicklerInnen:
Die Stiftung äufnet Gelder für die Entwicklung von sinnvollen Produkten. In Diskussionsforen der Community-Plattform gibt es Vorschläge für wünschenswerte nachhaltige Produkte. Die gesamte Community hat über Pools die Möglichkeit Projekte zu priorisieren und Entwicklungen mitzufinanzieren.

11. Einbindung von ProduzentInnen:
ProduzentInnen, die einen Vertrag mit einem Reglement für faire und nachhaltige Produktion mit der Aktiengesellschaft abschliessen, sind berechtigt die Produkte-Entwicklungen zu nutzen. Sie haben über die Community-Plattform Zugang zu interessierten Kunden, die schon die Entwicklung der Produkte gewünscht und ev. sogar finanziell unterstützt haben.

12. Einbindung von Handels- und VertriebspartnerInnen:
HändlerInnen, die einen Vertrag mit einem Reglement für faire Handel mit der Aktiengesellschaft abschliessen, sind berechtigt, die Produkte in ihr Sortiment aufzunehmen. Sie erhalten Zugang den KonsumentInnen der Community-Plattform.

Kommentare:

Amei Poensgen hat gesagt…

Gratuliere, das klingt ja schon ganz schön konkret!
Zu 1, der Frage nach dem "workspace" habe ich 2 Anregungen:
zum einen ein gemeinsam nutzbares Archiv über gmail aufbauen und dort auch gemeinsam auf Dokumente zugreifen (Ablage kann man sich über die Filterfunktionen von gmail deutlich vereinfachen) oder/und:
Der neue Service von Microsoft, der es ermöglicht, Ordner von verschiedenen PCs immer auf dem gleichen Stand zu halten: https://www.foldershare.com/
Da kann man beispielsweise einen Spinnerordner mit mehreren Nutzern synchronisieren (und auch festlegen, wer worauf Zugriff haben soll).
Das alles geht, so lange man noch keine echten Geschäftsvorfälle abwickelt, denn selbstverständlich lesen google und Microsoft immer mit.

Anonym hat gesagt…

Kommentar von Christian:
Da hätte ich dann doch den klaren Wunsch, dass wir sehr schnell entsprechend unserer Governance handeln und weder Services von Google noch Services von Microsoft in Anspruch nehmen müssen! - Die Idee für die Startfinanzierung ist ganz einfach: Lasst uns ein Dutzend Menschen finden, welche mit einem regelmässigen monatlichen Beitrag die Startphase finanzieren. Vorschlag: Privatsponsoren zahlen jeden Monat Fr 50 (oder 100) und Firmensponsoren jeden Monat Fr 250 (oder 500). Wer diese Idee auch gut findet und Sponsor werden möchte, der soll sich doch bei mir melden: Christian.Heyner@ecosoft.net

Reto hat gesagt…

Um Dokumente zu (ver)teilen könntet ihr auch Wuala verwenden (http://wua.la/de/home.html). Dann schnüffelt auch keiner mit ... Einladungen kann ich bei Interesse gerne verschicken.